Methoden

Emotionstagebuch

Ein Emotions- oder Gefühlstagebuch kann Kund*innen unterstützen, die eigenen und fremden Emotionen besser zu verstehen und nachzuvollziehen.

Die Methode im Überblick

  • Anleitung: selbstständig erlernbar
  • Moderation: keine
  • Setting: im Einzelkontakt
  • Dauer, Zeitaufwand: etwa 20 – 40 Minuten
  • Anwendungsturnus: variabel
  • Material: Emotionskarten, Emotionsbuch oder -heft

Anwendungsbereiche und Ziel

  • Das »Emotionstagebuch« ist eine Methode aus der verhaltenstherapeutischen Praxis.
  • Das Führen eines Emotionstagebuches kann zum Reduzieren von negativen oder auch belastenden Gefühlen führen.
  • Ziel ist es, Klient*innen den Umgang mit ihren eigenen und auch den Gefühlen anderer zu vereinfachen. Eine höhere Akzeptanz – auch für negative Gefühle und Emotionen – soll erreicht werden.
  • Je nach Absprache wird dieses Tagebuch täglich oder wöchentlich geführt und ausgewertet. Die Kund*innen können emotional belastende Situationen mit den Betreuenden nachbesprechen und gemeinsam nach Ursachen und Lösungen suchen.

Kurzbeschreibung

Kund*innen können ihre Emotionen, die sie bei bestimmten Ereignissen hatten, in ein Tagebuch schreiben oder malen. Emotionskarten mit Smileys helfen den Kund*innen dabei, ihre Gefühle darzustellen und zu benennen. Dabei können sie gemeinsam mit der Betreuungsperson einzelne Situationen in Bezug auf die empfundenen Gefühle reflektieren und bewerten.
Folgende Fragen sind dabei hilfreich:

  • Was ist passiert?
  • Was kam mir dabei in den Kopf?
  • Welches Gefühl habe ich empfunden?

Betreuende, die die betreffende Situation beobachtet haben, schätzen die Situation vielleicht anders ein und können dann etwas Gutes dazu schreiben oder sagen. So gelingt es, mit den Kund*innen in den Austausch zu kommen und auch, Wahrnehmungen ins Positive zu verändern.

Diese Methode unterstützt die Kund*innen dabei, an den »Kern ihrer Emotion zu gelangen«.1 Zudem kann sie Kund*innen dazu motivieren, länger an einer Routine festzuhalten und diese zu erproben, statt täglich etwas zu verändern und alles als unwirksam abzulehnen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein Emotionstagebuch

Schritt 1 – Rhythmus finden

Jeden Abend zu einer festen Uhrzeit setzt sich ein Betreuter mit einem Betreuer zur Arbeit am Emotionstagebuch zusammen.

Schritt 2 – Auswahl von Emotionen

Aus einem Stapel an Emotionskarten sucht der Betreute sich die Emotionen aus, die ihm am vergangenen Tag begegnet sind.

Schritt 3 – Aufmalen und Besprechen der Emotionen

Dann malt der Betreute die Gefühle in sein Tagebuch und spricht mit der Betreuungsperson darüber.

Schritt 4 – Schriftliches Festhalten der Emotionen

Im Anschluss schreibt der Betreute zu jedem Gefühl ein paar Stichpunkte in sein Tagebuch oder diktiert diese der Betreuungsperson, wenn er nicht selbst schreiben kann.

  1. https://www.minddistrict.com/de-de/katalog/emotion-tagebuch [Abruf 14.4.2022]

Weiterführende Links und Literatur

MSC / KST